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Prozessanalysentechnik (PAT) war in diesem Jahr eines der drei Fokusthemen auf der ACHEMA. Analytik-Methoden also, die für optimale und kontrollierte Herstellungsprozesse in der chemischen Industrie sorgen – und mit deren Hilfe letztendlich eine konstant hohe Produktqualität erreicht werden soll.

 

Was sind die aktuellen Trends der PAT? Was treibt die Anwender um? Darüber konnten wir mit Dr. Thomas Steckenenreiter sprechen. Er leitet bei Bayer Technology Services den Bereich Operation Support & Safety: „Wir wollen den Prozess im Optimum fahren“, fasst Steckenreiter die Ziele zusammen. Prozesse sollen sicherer, effizienter, ressourcen- und umweltschonender werden. „Ein besseres Prozessverständnis ist dafür nötig.“ Innovative Analyse-Technologie und -Methoden werden dabei helfen: „Das sind beispielsweise neue Lichtquellen für optische Systeme, etwa die LED-Technik“, Infrarotspektrometrie, Ramanlaser, Wärmebildkameras, Methoden, um stoffspezifische Informationen zu erhalten. Steckenreiter: „Wir wollen Anlagen als Ganzes beobachten.“

 

Laut Steckenreiter sollte auch die Anlagen-Verfügbarkeit verbessert werden: „Unser Ziel ist es, Methoden, Werkzeuge und Expertise zu entwickeln, um ungeplante Stillstände zu vermeiden.“ Produkte ließen sich nur dann verkaufen, wenn Anlagen produzieren, „wenn wir es schaffen, unvorhergesehene Ausfälle zu vermeiden.“

 

Trends: Miniaturisierung, Modularisierung und Dezentralisierung

Miniaturisierung von Geräten sei einer der Trends, der die PAT derzeit antreibt, erklärt Steckenreiter weiter. Das war auch bei den ACHEMA-Ausstellern zu beobachten: Komplexe Analysemethoden wie etwa Prozessspektrometer erreichen durch Miniaturisierung und schnellere Datenverarbeitung immer mehr die Qualität eines Standardinstruments. Vor ein paar Jahren noch undenkbar. Die Potentiale seien längst noch nicht ausgeschöpft, meint Steckenreiter.

 

Weitere Entwicklungen seien Dezentralisierung und Modularisierung. Vorbei sind beispielsweise die Zeiten, in denen andere Länder ausschließlich fertige Produkte von uns kaufen. „Der Trend geht dahin, Wertschöpfung im eigenen Land zu betreiben. Wir bringen die Fertigungsschritte so weit, dass die Endfertigung vor Ort stattfindet.“ Auch das stelle neue Herausforderungen an die PAT: „Wir müssen uns global vernetzen, um Prozesse optimieren zu können.“ Daten werden in der Cloud gesammelt. Steckenreiter: „Genau dann sind wir auch schon beim Thema Industrie 4.0“. Ein Schlagwort, das auch immer wieder auf der ACHEMA zu hören war: Die Vision der „Vierten Industriellen Revolution“, die eine hochvernetzte, intelligente Produktionswelt mit sich bringt, die dezentral organisiert ist.

 

Was sind in Zukunft die größten Herausforderungen in der Prozessanalysentechnik? „Das sind sichere Netze“, meint Thomas Steckenreiter. Standards ließen sich nur durch eine verlässliche Kommunikation gewährleisten. „IT wird in der Chemieproduktion immer wichtiger.“

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