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Sie sind einer der vielen Gründe, weshalb Obst und Gemüse so gesund sind: Polyphenole. Die Inhaltsstoffe wirken, das konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, antioxidativ, antibiotisch, antiviral, entzündungshemmend und hautschützend. Eigenschaften, die sie für die Pharma- aber auch die Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie sehr interessant machen. Als Inhaltsstoffe von Hautcremes sollen Polyphenole beispielsweise als Antioxidans wirken, und so Sauerstoffradikale abfangen, die unter anderem für die Hautalterung verantwortlich sind.
Die industrielle Nutzung von Polyphenolen allerdings ist nicht ganz einfach: Die aromatischen Verbindungen müssen aufwendig aus Pflanzen extrahiert werden. Sie haben zudem eine geringe Löslichkeit in Wasser – und eine verhältnismäßig schlechte Stabilität, beispielsweise bei Licht. Eigenschaften, die der Industrie den Einsatz erschweren.
Das aber muss nicht sein, dachten sich die Gründer von GLYCONIC. Sie verändern Polyphenole, durch Glykosylierung, und heben so die limitierenden Eigenschaften auf. Es entstehen Polyphenolglykoside, die nach wie vor gesundheitsfördernd sind, aber eine deutlich bessere Funktionalität aufweisen: Die neuen Produkte sind in Wasser löslich, weisen eine größere Stabilität auf – im Produkt und im Organismus. Ein Ansatz, mit dem sich GLYCONIC für den ACHEMA-Gründerpreis qualifizieren konnte.

Wie ein Baukastensystem

GLYCONIC stellt verschiedene Polyphenolglykoside her – gewissermaßen auf Bestellung: Denn je nach Art des Zuckerrestes und seiner Positionierung am Polyphenol variieren Eigenschaften und Funktionen der Endprodukte. Mit denen von GLYCONIC eigens entwickelten Enzymen können Polyphenole wie in einem Baukastensystem ganz individuell mit verschiedenen Zuckerresten versehen werden: Auf biotechnischem Weg werden wahlweise Glukose- oder Rhamnosegruppen übertragen.

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Genauer gesagt: Durch Einsatz von bakteriellen Produktionsstämmen, die mit unterschiedlichen Enzymen ausgestattet sind, werden die Ausgangsstoffe positionsspezifisch mit Zuckergruppen modifiziert. Die Produkte können anschließend aus dem Überstand der Bakterienkulturen gewonnen werden. Das ist die Grundlage für einen effizienten industriellen Produktionsprozess.

Ganz neue Verbindungen

Das Verfahren erlaubt unter anderem die Synthese von bisher industriell nicht verfügbarer Verbindungen. Erste Kandidaten werden in Aktivitätstests als Inhaltsstoffe entwickelt – und für kosmetische Anwendungen patentiert. Aktive Roh- und Inhaltsstoffe für Kosmetika, Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsmittel könnten so genauso hergestellt werden, wie Wirkstoffe für Pharmazeutika, Futtermittel-Zusatzstoffe, Konservierungsmittel, Emulgatoren, Stabilisatoren oder Indikatoren.
Bis 2017 will GLYCONIC, eine Ausgründung der Universität Hamburg, den Herstellungsprozess für mindestens ein Produkt bis zur Marktreife entwickeln, um den Inhaltsstoff anschließend als GLYCONIC GmbH über einen Kooperationspartner zu vertreiben. GLYCONIC will sich langfristig als globaler Spezialist für glykosylierte Actives etablieren.
Weitere Informationen: http://www.biologie.uni-hamburg.de/glyco

Glyconic

Gründer und kreative Köpfe konnten sich 2015 erstmals um den ACHEMA-Gründerpreis bewerben. In den Sparten: Energie, Industrielle Biotechnologie und Messtechnik/Analytik. Mittlerweile stehen für jede Sparte jeweils drei Finalisten fest.

Wer in den jeweiligen Sparten als Sieger hervorgeht und das Preisgeld erhält, erfahren Sie live bei der Eröffnungssitzung der ACHEMA am 15. Juni 2015 um 11.00 Uhr.

Alle neun Finalisten treffen Sie während der ACHEMA-Woche am Gründerpreisstand in Halle 9.2.

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