Home

Ob in Pharmazie, Biotechnologie oder Diagnostik: Die Labore dieser Welt produzieren eine riesige Menge an Daten. Automatisierte Prozesse sind dafür verantwortlich, dass immer mehr Informationen in immer kürzerer Zeit entstehen. Im Hochdurchsatzscreening werden bereits heute rund 10.000 Proben am Tag bearbeitet. Das Ultra-Hochdurchsatzscreening, wie es in der Wirkstoffforschung zur Entwicklung neuer pharmazeutischer Produkte zum Einsatz kommt, schafft mehr als 100.000 Proben täglich. “Big Data” wird diese enorme Flut genannt. Daten, die sich aktuellen Schätzungen zufolge etwa alle zwei Jahre verdoppeln. Experten sind sich einig: Die Schwierigkeit liegt heutzutage nicht mehr in der Datengewinnung – sondern vor allem darin, die riesige Menge an Informationen sinnvoll zu nutzen und zu koordinieren.

Geld und Ressourcen – oft unnötig verschwendet

So sind es – neben Kosten- und Zeitdruck – unterschiedliche Datenformate und heterogene Gerätelandschaften, die Laborverwaltern regelrecht Kopfzerbrechen bereiten: In vielen Laboren existieren hoch spezialisierte Geräte, die über historisch gewachsene IT-Strukturen entweder gar nicht oder nur unzureichend miteinander vernetzt sind. Mess-Ergebnisse entstehen, werden in digitaler Form aber nicht weitergegeben. Dabei wäre es für Einrichtungen mit automatisierten Prozessen wesentlich sinnvoller, Daten flexibel zu nutzen. Zum einen, um die Arbeit innerhalb eines Labors besser zu koordinieren: Will man etwa auf Parameter einer zurückliegenden Analyse zugreifen. Allzu oft werden Messungen unnötig wiederholt, nur weil Daten, die eigentlich bereits erarbeitet wurden, auf die Schnelle nicht verfügbar sind. Wäre ein unkomplizierter Zugriff möglich, ließen sich Zeit, Geld und Ressourcen deutlich einsparen.
Zum anderen würde ein verbessertes Datenmanagement den Informationsaustausch innerhalb von Forschungsallianzen erleichtern: Unternehmen wie Boehringer Ingelheim, CHDI, Evotec, Genentech, MedImmune/AstraZeneca, Ono Pharmaceutical und UCB arbeiten immer öfter zusammen, um neue Perspektiven zur Behandlung von Alzheimer, Diabetes, Krebs sowie für die Schmerzbehandlung zu erschließen.

Einheitliche Standards entwickeln

Um Labore zukunftsfähig zu machen, engagieren sich deshalb Systemhersteller, Softwaredienstleister, Systemintegratoren sowie Pharma- und Biotechunternehmen im Rahmen der SiLA-Initiative (Standardization in Lab Automation). Deren Ziel ist es, Laborgeräte und IT-Systemen unterschiedlicher Hersteller über einheitliche Kommunikationsschnittstellen, Gerätetreiber sowie Laborverbrauchsmaterialien miteinander regelrecht zu verknüpfen.

Die Mitglieder des Non-Profit-Konsortiums entsenden Experten in verschiedene technische Arbeitsgruppen, um verbindliche Standards zu entwickeln. Nach Auskunft des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (Fraunhofer IPA), ebenfalls Mitglied im SiLA-Konsortium, müssen Hersteller von Geräten und Komponenten die SiLA-Konformität ihrer Entwicklungen zertifizieren lassen. Das Institut bietet dazu sowohl eine erste Beratung als auch eine anschließende automatische Konformitätsprüfung und Zertifizierung an (weitere Informationen zu SiLA unter http://www.silastandard.org).

Anbieter, wie die infoteam Software AG, haben bereits Softwareplattformen für die Laborautomatisierung im Portolio, die mit Schnittstellen nach existierenden Standards ausgerüstet sind und an den individuellen Laborbedarf angepasst werden können. Weitere Unternehmen wollen nachziehen. 

Für die Zukunft der Laborautomation heißt es also: Anbieter von Soft- und Hardware müssen sich besser aufeinander abstimmen. So lassen sich riesige Mengen an Daten nicht nur gewinnen – sondern vor allem auch sinnvoll nutzen.

Auf der ACHEMA 2015 finden Anwender, Anbieter und Dienstleister die richtige Plattform, um sich über diese Herausforderungen der Laborautomation auszutauschen. 

Dass Digitalisierung – neben Individualität und Flexibilität – mittlerweile ein Fokus bei der Planung von Laboren ist, zeigt der ACHEMA-Vortrag “Laboratory working areas 4.0” am Mittwoch, 17. Juni um 16:30. 

Neben der Bewältigung von Daten stehen bei der ACHEMA viele weitere Aspekte des zukunftsfähigen Labors auf der Tagesordnung: Für Praktiker besonders interessant sind die ACHEMA-Praxisforen. Mehr dazu lessen Sie hier .

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s